Ich baue selbst einen App-Blocker. Deshalb habe ich mir angeschaut, wie die bekanntesten Apps arbeiten, was sie kosten und wo sie an ihre Grenzen kommen. Alle Angaben zu fremden Apps stammen von deren eigenen Seiten oder Store-Einträgen, Stand Oktober 2026. Preise ändern sich oft, prüf sie vor dem Kauf im Store.
Welche Arten von App-Blockern gibt es?
Fast alle Blocker folgen einem von drei Prinzipien:
- Reibung vor dem Öffnen. Du tippst auf Instagram, und erst kommt eine kurze Pause, etwa eine Atemübung. Danach entscheidest du, ob du weitermachst. So arbeiten one sec und ScreenZen.
- Harte Sperre nach Regeln. Apps sind zu bestimmten Zeiten oder nach einem Limit gesperrt, und ein strenger Modus verhindert, dass du die Regeln schnell lockerst. So arbeiten Opal, Freedom und AppBlock.
- Zeitlimit mit Ausweg. Nach dem Limit wird die App grau, aber du kannst das Limit selbst wieder aufheben. So arbeiten die eingebauten Tools, Digital Wellbeing auf Android und Bildschirmzeit auf dem iPhone.
Welche Art zu dir passt, hängt davon ab, wo du rutschst: beim gedankenlosen Öffnen, beim zu langen Bleiben oder beim Abschalten des Blockers.
Die App-Blocker für Android im Vergleich
| App | Prinzip | Kosten | Nur Reels/Shorts sperren | Strenger Modus |
|---|---|---|---|---|
| one sec | Pause vor dem Öffnen | 1 App kostenlos, Pro als Abo oder Einmalkauf | Auf Android ja, auf iPhone nein | Strikte Sperr-Sessions nur in Pro und nur auf iOS |
| ScreenZen | Pause vor dem Öffnen | Kostenlos, spendenfinanziert | Keine Angabe gefunden | Optional |
| Opal | Sperre nach Regeln | Kostenlose Stufe, Pro als Abo | Nein, laut Opal-Team nicht möglich | Hard Mode: Opal lässt sich nicht ausschalten |
| Freedom | Sperre nach Sessions und Zeitplan | Kostenlose Stufe, Premium als Abo oder Lifetime | Keine Angabe gefunden | Locked Mode (Premium) |
| AppBlock | Sperre nach Zeitplan, Ort, WLAN, Limit | Kostenlos mit In-App-Käufen | Auf Android ja (ab Version 7.5.0) | Strict Mode |
| Digital Wellbeing | App-Timer, Fokusmodus | Kostenlos, in Android eingebaut | Nein | Nein, Timer lässt sich löschen |
| What Should I Do? | Zeitfrage beim Öffnen, danach Pause und Tageslimit | Blocker kostenlos, Premium optional | Ja, Reels und Shorts | Kein „Trotzdem öffnen“, ein Notfall-Zugang pro Tag |
one sec: Hilft eine Pause vor dem Öffnen wirklich?
one sec ist der am besten erforschte Blocker. In einer Studie in der Fachzeitschrift PNAS (Grüning, Riedel und Lorenz-Spreen, 2023) brachen Nutzer etwa 36 Prozent der Öffnungsversuche nach der Pause ab. Nach sechs Wochen öffneten sie die Ziel-Apps 57 Prozent seltener. Einschränkung: Ausgewertet wurden nur die 280 Personen, die alle sechs Wochen dabeigeblieben sind, und ein Autor ist der Entwickler der App.
Kostenlos bremst one sec eine App. Für mehr Apps, Website-Sperren und strikte Sperr-Sessions brauchst du Pro. Laut eigener Hilfe-Seite kann one sec auf Android auch einzelne Bereiche wie Reels erkennen, auf dem iPhone nicht.
Gut für dich, wenn du vor allem aus Reflex öffnest und eine kurze Unterbrechung schon reicht.
ScreenZen: Was kann der kostenlose Blocker?
ScreenZen arbeitet ähnlich wie one sec mit einer Pause vor dem Öffnen und ist laut Hersteller kostenlos und spendenfinanziert, ohne Abo. Es gibt ihn für Android, iOS, macOS und Windows. Einen strengen Modus kannst du zuschalten.
Gut für dich, wenn du das Pause-Prinzip willst und nichts bezahlen möchtest.
Opal: Für wen lohnt sich die harte Sperre?
Opal setzt auf Regeln und Fokus-Sessions. Im Hard Mode lässt sich Opal laut Hersteller nicht ausschalten. Opal gibt es für iPhone, Android und Mac. Einzelne Bereiche wie Reels kann Opal laut einer Antwort des Teams in der Opal-Community nicht sperren, nur ganze Apps. Der Funktionsumfang steckt zu großen Teilen im Abo.
Gut für dich, wenn du feste Zeiten willst, in denen bestimmte Apps einfach nicht gehen.
Freedom und AppBlock: Was können die Zeitplan-Blocker?
Freedom sperrt Apps und Websites auf mehreren Geräten gleichzeitig, also Handy, Laptop und Tablet. Die kostenlose Stufe hat Sperren und eigene Blocklisten. Zeitpläne, wiederkehrende Sessions und den Locked Mode gibt es in Premium.
AppBlock kann nach Uhrzeit, Ort, WLAN, Nutzungslimit oder Anzahl der Öffnungen sperren. Auf Android sperrt AppBlock seit Version 7.5.0 auch einzelne Bereiche wie Instagram-Reels, Stories oder YouTube-Shorts. Dafür braucht die App die Bedienungshilfen-Berechtigung. Auf dem iPhone sperrt AppBlock nur ganze Apps.
Gut für dich, wenn du Arbeitszeiten schützen willst oder auch am Laptop abgelenkt wirst.
Reicht Digital Wellbeing als App-Blocker?
Googles Digital Wellbeing ist auf den meisten Android-Handys schon drauf. App-Timer schließen eine App nach deinem Tageslimit, das Symbol wird grau. Im Fokusmodus pausierst du ausgewählte Apps, auch nach Zeitplan. Laut Google-Hilfe kannst du einen Timer aber jederzeit löschen und im Fokusmodus „Pause machen“ tippen. Die Hürde ist also ein paar Taps hoch.
Gut für dich, wenn dir eine sichtbare Grenze reicht und du sie selten selbst aufhebst.
Was macht What Should I Do? anders?
Ich habe What Should I Do? gebaut, weil mir bei den meisten Blockern zwei Dinge gefehlt haben: eine Sperre ohne bequemen „Trotzdem öffnen“-Knopf und eine Antwort auf die Frage, was ich stattdessen tun soll.
So funktioniert es:
- Zeitfrage statt Pause. Öffnest du eine gesperrte App, fragt What Should I Do?: „Wie lange möchtest du die App nutzen?“ Du wählst 2, 5, 10, 15 oder 30 Minuten. Der Start-Knopf wird erst nach 5 Sekunden aktiv.
- Danach eine Pause in gleicher Länge. Nach deiner Zeit pausieren alle gesperrten Apps genauso lange. Dazu gibt es ein Tageslimit, auf Wunsch pro App.
- Kein freier Ausweg. Es gibt keinen Knopf, der die Sperre einfach aufhebt. Für echte Notfälle gibt es einen Notfall-Zugang: 3 Minuten, einmal am Tag, nach 15 Sekunden Wartezeit.
- Lockern dauert. Willst du eine Grenze lockern, wartest du 30 Sekunden, und die Änderung läuft als 24-Stunden-Probe. Bestätigst du sie danach nicht, wird sie von selbst zurückgenommen. Strenger stellen geht sofort.
- Reels und Shorts einzeln. Instagram und YouTube bleiben nutzbar, nur der Reels- bzw. Shorts-Feed wird gesperrt.
- Ideen statt Leere. Auf dem Sperrbildschirm stehen Vorschläge für etwas außerhalb des Bildschirms, zum Beispiel „Ruf jemanden an“, und deine offenen To-dos.
- Der Blocker meldet sich, wenn er nicht läuft. Fehlt eine Berechtigung, zeigt die App das an, statt still auszufallen.
Ehrlich gesagt: What Should I Do? ist eine junge App eines einzelnen Entwicklers, es gibt sie bisher nur für Android, und anders als zu one sec gibt es keine Studie dazu. Der Blocker, die Reels- und Shorts-Sperre, die To-do-Liste und bis zu fünf Gewohnheiten sind kostenlos. Premium (Abo oder Einmalkauf) schaltet unbegrenzt viele Gewohnheiten und ein paar Extras frei.
Welcher App-Blocker passt zu mir?
- Du öffnest aus Reflex und brauchst nur einen Moment zum Nachdenken: one sec oder ScreenZen.
- Du willst feste Sperrzeiten, auch am Laptop: Freedom oder Opal.
- Du willst viele Regeln kombinieren (Ort, WLAN, Uhrzeit): AppBlock.
- Dir reicht eine sanfte Grenze ohne Extra-App: Digital Wellbeing.
- Du willst eine echte Grenze ohne Ausweg-Knopf und gleichzeitig wissen, was du stattdessen tun kannst: What Should I Do?.
Mein Rat: Probier eine App zwei Wochen lang. Wenn du sie in der Zeit mehrmals abschaltest, passt das Prinzip nicht zu dir, und du solltest eine strengere Variante wählen.